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Praxisfall | Wenn  Hundeverhalten und Gesundheit zusammenkommen

Ein Hund. Zwei Arbeitsbereiche. Ein Gesamtbild.

Manchmal lässt sich an einem einzigen Praxisfall besser erklären, weshalb meine unterschiedlichen Arbeitsbereiche unter dem Dach von Pfoten-Kompetenz zusammengehören, als mit vielen theoretischen Worten.

Diese Hündin lernte ich ursprünglich im Hundecoaching kennen.

Eine sensible Tierschutzhündin, deren Halter von Anfang an möglichst vieles richtig machen wollte.

Es ging zunächst um Führung, Sicherheit, Hundebegegnungen und den Umgang mit einem Hund, der schnell in hohe Erregung geriet.

Später kam ein vollkommen anderer Bereich meiner Arbeit hinzu: die Tiertherapie

Denn die Hündin zeigte wiederholt körperlich auffällige Episoden, bei denen sie zusammenbrach.

Sie wurde intensiv tierärztlich untersucht. Nach Angaben ihres Halters konnte keine eindeutige Ursache gefunden werden.

Und plötzlich standen nicht mehr zwei getrennte Themen vor uns.
Sondern ein Hund als Ganzes.

Verhalten war ein Teil des Gesamtbildes
Die Hündin bekam viel Freiheit, lief häufig frei und besuchte regelmäßig eine Hundegruppe, in der teilweise wilde Renn- und Jagdspiele stattfanden.

Gleichzeitig erlebte ihr Halter sie bei Hundebegegnungen immer wieder als aufgeregt.
Eine bestimmte Körperhaltung interpretierte er lange als Spielaufforderung.
Erst nachdem er sich auf meinen Hinweis hin mit dem sogenannten Fiddle About beschäftigte und seine Hündin genauer beobachtete, erkannte er: Was spielerisch aussah, musste nicht zwangsläufig unbeschwertes Spiel bedeuten.

Damit änderte sich sein Blick auf seinen Hund.
Und sein Handeln.
Weniger Freiheit. Mehr Führung. Mehr Regulation.
Hundebegegnungen wurden stärker geführt.
Wildes Herumrennen wurde zunehmend begrenzt.
Das Nervensystem bekam mehr Ruhe.

Parallel wurde die Ernährung angepasst und die Regulation zusätzlich unterstützt.

Vor einigen Tagen bekam ich schließlich die Rückmeldung:

Die früher wiederkehrenden Zusammenbrüche sind nach aktuellem Stand nicht mehr aufgetreten.

Als ich nachfragte, was sich verändert habe, sagte der Halter unter anderem:
Er lasse seine Hündin nicht mehr so wild herumrennen.

Daraus lässt sich keine einzelne Ursache ableiten.
Aber der Verlauf zeigt sehr schön, weshalb ich bei meiner Arbeit gerne über Fachgrenzen hinwegsehe.

Der Hund kennt unsere Schubladen nicht
Auf einer Webseite kann ich meine Arbeit wunderbar sortieren:

Mensch & Hund
Gesundheit & Ernährung

Und dann kommt ein Hund und interessiert sich überhaupt nicht für meine Menüstruktur. 
Denn sein Verhalten, sein Nervensystem, seine Ernährung und sein körperliches Befinden befinden sich nicht in verschiedenen Schubladen.
Sie finden im selben Organismus statt.
Genau deshalb können sich meine beiden Arbeitsbereiche manchmal unmittelbar begegnen.

Im Hundecoaching stellte sich die Frage:
Was braucht diese Hündin an Führung, Sicherheit und Begrenzung?

In der tiertherapeutischen Begleitung lautete sie:
Was braucht dieser Organismus an Entlastung, Ernährung und Unterstützung seiner Regulation?

Und irgendwann treffen sich beide Fragen an derselben Stelle:

Was braucht dieser individuelle Hund?

Genau dafür steht Pfoten-Kompetenz.

Nicht möglichst viele Methoden.
Nicht möglichst viele Schubladen.

Sondern hinschauen, Zusammenhänge erkennen und dort ansetzen, wo das einzelne Tier Unterstützung braucht.
 

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Heart & Paw

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